[>>> Projekt >>> Leben mit HIV und AIDS]
"Als ich Mitte der 90er-Jahre mein positives Testergebnis erhalten habe, dachte ich, ich habe vielleicht noch 5 Jahre zu leben. Da hatte ich eigentlich schon mit meinem Leben abgeschlossen. Irgendwann bin ich aufgewacht und dachte:‚Du lebst ja noch!‘ Dann habe ich mir natürlich Fragen gestellt, was ich denn in meinem Leben noch alles machen und erreichen will. Es war nicht einfach, mein Leben neu zu denken, gerade in dieser Zeit. Aber es ist ein gutes Gefühl zu erleben: Es geht weiter!" Anton S.
HIV/Aids ist heute eine schwere, aber behandelbare chronische Erkrankung. Mit HIV alt zu werden ist keine Utopie mehr, sondern eine Option geworden.

Trotz aller medizinischer Fortschritte und der damit verbundenen verlängerten Lebenserwartungen vieler Betroffener sind die Lebensrealitäten von Frauen und Männern, die mit HIV/Aids und Hepatitiden leben, jedoch meist alles andere als normal. Die neue Herausforderung besteht darin, ein Leben mit einer schweren, aber behandelbaren chronischen Erkrankung mit all ihren sozialen, medizinischen und psychosozialen Implikationen zu bewältigen und zu gestalten.

Auch wenn sich gesellschaftlich viel zum Positiven verändert hat, bestehen nach wie vor Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV/Aids. Auch heute erleben Frauen und Männer, die mit HIV/Aids leben, Diskriminierung und Stigmatisierung in den unterschiedlichen Lebensbereichen: Familie, Arbeitsleben und soziales Umfeld.

Betrachtet man die globale Dimension der Aids-Epidemie kann keinesfalls von einer Normalisierung oder Entspannung die Rede sein.

Nach Angaben von UNAIDS leben Ende 2007 ca. 33 Millionen Menschen weltweit mit HIV, sind 2,1 Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit gestorben und 2,5 Millionen Menschen haben sich neu mit HIV infiziert. In Südafrika, Asien und Osteuropa ist die medizinische und psychosoziale Situation vieler Betroffene katastrophal, trotz vieler Anstrengungen, die in den letzen Jahren unternommen wurden, um HIV-Infektionen zu verhindern und die medizinische sowie psychosoziale Betreuung zu verbessern.

© Pluspunkt Berlin 2008